Bernd Nitzschke

es denkt, ES lenkt

Zur Herkunft eines psychoanalytischen Begriffs[1]

„Mächtige Worte finden sich, um die grausam erhabenen Mächte zu bezeichnen, die einen König leiten und bestimmen können, seinem Herzen Zwang zu gebieten, und die entscheidenste Wahl für sein trautes Seelenheil nach Gründen zu lenken, denen seine Seele innigst fremd ist (...). Erst wenn diess stolze Weltrauschen verstummt, in stiller Nacht, da hören wir das Rieseln des trauten Quelles, der uns diess milde, süss-einsylbige >es< zuflüstert, und die Seele fühlt, dass diess so unaussprechlich gross und allumfassend ist, dass kein Wort, noch so gross und mächtig, es aussprechen und umfassen kann (...). Durch dieses heilige >es< sprach mein Geisteswunsch aus weiter Ferne (...)“. So heißt es am 26. Januar 1867 in einem Brief Richard Wagners an Ludwig II. Darin bezeichnet sich Wagner als „alter Meister des >es<“. Was bedeutet das? „Wie deute ich dieses kleine, so oft und immer nur flüchtig eingeworfene, scheinbar so nichts sagende >es<?“ (Ludwig II., Wagner 1936 ff., Bd. II, S. 140).

Antwort auf diese Frage gab Georg Groddeck ein halbes Jahrhundert später mit dem Buch vom Es: „Ich bin der Ansicht, daß der Mensch vom Unbekannten gelebt wird. In ihm ist ein Es, irgendein Wunderbares, das alles, was er tut und was mit ihm geschieht, regelt. Der Satz >ich lebe< ist nur bedingt richtig, er drückt ein kleines Teilphänomen von der Grundwahrheit aus: Der Mensch wird vom Es gelebt“ (1923, S. 18). Und so war aus dem >unaussprechlich großen<, aber zunächst noch klein geschriebenen >es< tatsächlich ein großes ES geworden. Schon in einem früheren Buch (Hin zur Gottnatur, 1909) hatte Groddeck die Seele freilich als jene Ganzheit gepriesen, die nun das große Es vertrat. Damals hatte er all jene, die wie Nietzsche, Heine, Verlaine oder Baudelaire die Seele sezierten, noch heftig geschmäht. Analysieren sei Ausdruck einer Seelenkrankheit, meinte er, vergebliche Mühe, eine „Riesenarbeit von Gedanken, verschwendet, kann man fast sagen“ (1909, S. 44). Doch zwischenzeitlich war Groddeck selbst zum Anhänger eines Seelenzergliederers geworden, dem er nun Das Buch vom Es mit auf den Weg gab. Freuds Dank fiel zwiespältig aus. Er schrieb: „Ich. schlage vor (...), das (...) Psychische (...), das sich wie ubw verhält, nach Groddecks Gebrauch das Es“ zu nennen (1923a, S. 251). Dann aber kam noch ein Zusatz und der hatte es in sich, wurde doch ausgerechnet der von Groddeck vormals geschmähte Nietzsche nun von Freud zum Namenspatron des großen >Es< ernannt: „Groddeck selbst ist wohl dem Beispiel Nietzsches gefolgt, bei dem dieser grammatikalische Ausdruck für das Unpersönliche und sozusagen Naturnotwendige in unserem Wesen durchaus gebräuchlich ist“ (Freud 1923a, S. 251, Anm. 2).

Groddeck sei „wohl dem Beispiel Nietzsches gefolgt ...“ Das ist noch eine durchaus vorsichtige Formulierung, die eine Vermutung, keine Gewissheit zum Ausdruck bringt. Ein Jahrzehnt später hört sich das aber schon anders an. Jetzt schreibt Freud, der Begriff des Es sei vermittelt durch Groddeck „in Anlehnung an den Sprachgebrauch bei Nietzsche“ (1933, S. 79) in die psychoanalytische Terminologie übernommen worden. Angesichts solcher Bestimmtheit machte sich Groddeck Freuds Überzeugung zu eigen und behauptete nun ebenfalls, er habe den „Terminus >Es< im Anschluß an Nietzsche“ (1970, S. 120) geprägt. Kann das stimmen? Hatte Nietzsche den Begriff Es – wie Freud behauptet – als Metapher für das „Unpersönliche“ und „Naturnotwendige“ unseres Wesens gebraucht? Schlagen wir in Oehlers Nietzsche-Register (1943) oder in Schlechtas Nietzsche-Index (1977) nach, so finden wir – nichts. Der Begriff Es taucht in beiden Stichwort-Registern nicht auf. Es kann sich also keinesfalls um einen bei Nietzsche „gebräuchlichen“ Begriff handeln. Nichtsdestotrotz wimmelt es in der Freud-Sekundärliteratur von Schein-Nachweisen, die den Es-Begriff auf Nietzsche zurückführen (vgl. Nitzschke 1998). So heißt es beispielsweise noch in der Editorischen Einleitung zur Schrift Das Ich und das Es in der Studienausgabe der Werke Freuds, der Terminus Es sei „zweifellos auf Nietzsche“ zurückzuführen (Mitscherlich et al. 1975, S. 278).

Bei näherer Betrachtung erweist sich diese in der Freud-Sekundärliteratur zum Ausdruck gebrachte Gewissheit als bloße Wiederholung der einst von Freud unbelegt aufgestellten Behauptung. Immerhin: Freuds Formulierung enthält einen Fingerzeig. Demnach könnte das Es, wenngleich nicht mit Nietzsches „Sprachgebrauch“, so doch etwas mit dem Gebrauch der Sprache zu tun haben. Und tatsächlich führt Nietzsche die Konstruktion eines geheimnisvollen Täters in unserem Inneren (dem die Substantialisierung des Es oder Ich im psychoanalytischen Jargon entspricht), auf grammatikalische Gewohnheiten zurück. Nietzsche geißelt nämlich den „Aberglauben der Logiker“, die er auf eine „kleine kurze Thatsache“ aufmerksam machen will, „welche von diesen Abergläubischen ungern zugestanden wird, – nämlich, dass ein Gedanke kommt, wenn >er< will, und nicht wenn >ich< will; so dass es eine Fälschung des Thatbestandes ist, zu sagen: das Subjekt >ich< ist eine Bedingung des Prädikates >denke<. Es denkt: aber dass dies >es< gerade jenes alte berühmte >Ich< sei, ist, milde geredet, nur eine Annahme, eine Behauptung, vor allem keine >unmittelbare Gewissheit<. Zuletzt ist schon mit diesem >es denkt< zu viel gethan: schon dieses >es< enthält eine Auslegung des Vorgangs und gehört nicht zum Vorgange selbst. Man schliesst hier nach der grammatischen Gewohnheit >Denken ist eine Thätigkeit, zu jeder Thätigkeit gehört Einer, der thätig ist, folglich –<. Ungefähr nach dem gleichen Schema suchte die ältere Atomistik zu der >Kraft<, die wirkt, noch jenes Klümpchen Materie, worin sie sitzt, aus der heraus sie wirkt, das Atom; strengere Köpfe lernten endlich ohne diesen >Erdenrest< auszukommen, und vielleicht gewöhnt man sich eines Tages noch daran, auch seitens der Logiker ohne jenes kleine >es< (zu dem sich das ehrliche alte Ich verflüchtigt hat) auszukommen“ (1886, Aph. 17).

Hier ist >es< wieder, das >kleine es<, das Richard Wagner im Brief an Ludwig II. heilig gesprochen hatte. Nietzsche stuft >es< zum Erdenrest herab und erkennt >es< dann als Sprachspiel. Auf keinen Fall wollte Nietzsche also ein kleines oder großes Etwas als Täter, Instanz oder Struktur unserer Seele konstruieren. Er begnügte sich mit der Analyse unserer Gedankenkonstruktionen, in denen grammatikalische Sprachgewohnheiten unerkannt wiederkehren (Stingelin 1996). Und den als unpersönlich empfundenen Anteil unseres Wesens führte er auf frühe Interaktionserfahrungen und die dabei durch emotionale und verbale Reaktionen vermittelten Interpretationen unserer Triebäußerungen durch andere Menschen (Mutter, Vater, Geschwister etc.) zurück: „Das Nächste heißt uns >ich< mehr als das Entferntere, und gewöhnt an die ungenaue Bezeichnung >ich und alles andere, tu<, machen wir instinktiv das Überwiegende momentan zum ganzen ego und alle schwächeren Triebe stellen wir perspektivisch ferner und machen daraus ein ganzes Du oder >Es<. Wir behandeln uns als eine Mehrheit und tragen in diese >socialen Beziehungen< alle die socialen Gewohnheiten, die wir gegen Menschen Thiere Gegenden Dinge haben (...). Welche Triebe hätten wir, die uns nicht von Anfang an in eine Stellung zu anderen wesen brächten, Ernährungen z.B., Geschlechtstrieb? Das, was Andere uns lehren, von uns wollen, uns fürchten und verfolgen heißen, ist das ursprüngliche Material unseres Geistes: fremde Urtheile über die Dinge. Jene geben uns unser Bild von uns selbst, nach dem wir uns messen, wohl oder übel mit uns zufrieden sind! Unser eigenes Urtheil ist nur eine Fortzeugung der combinirten fremden! Unsere eigenen Triebe erscheinen uns unter der Interpretation der Anderen (...)“ (1980, Bd. 9, S. 212).

Nietzsches Versuch, sprachgläubigen Logikern die Konstruktion des es/Es auszureden, ist ein Glied in der Kette von Argumenten, die bis zu Descartes’ cogito ergo sum zurückreicht. Im 19. Jahrhundert verfingen sich einige Denker in dieser Kette. Eduard von Hartmann zum Beispiel, dessen Philosophie des Unbewußten (1869) damals ein großer Publikumserfolg war. Er berief sich auf Bastians Beiträge zur vergleichenden Psychologie (1868), aus denen er zitiert: „(...) daß nicht wir denken, sondern daß es in uns denkt, ist demjenigen klar, der aufmerksam auf das zu sein gewohnt ist, was in uns vorgeht“; und dann setzte Hartmann mit eigenen Worten fort: „Dieses >Es< liegt aber (...) im Unbewussten“ (71876, Bd. 1, S. 34 f.). Damit verstieß er gegen alle Vorsicht, zu der schon Kant geraten hatte, als er in der Kritik der reinen Vernunft (1781) schrieb, das „Ich, oder Er, oder Es (das Ding), welches denket“ sei eine „an Inhalt gänzlich leere Vorstellung“ (1976, II, S. 344). Entsprechend kritisch hatte sich wenig später Carl Philipp Moritz geäußert. 1873 schrieb er im Magazin für Erfahrungsseelenkunde in der Rubrik „Sprache in psychologischer Rücksicht“: „(...) wenn ich zum Beispiel sage, es donnert, so stelle ich mir unter dem es doch eigentlich nichts weiter, als den Donner selber vor, und es donnert heißt daher nichts mehr, als das Donnern geschiehet, oder es ereignet sich eine Verändrung in der Natur, die ich donnern nenne. Da ich mir also das Donnern nicht als eine Handlung denke, so stelle ich mir auch kein handelndes Wesen vor (...). Ich höre wohl, daß es donnert, aber wer oder was das Donnern aus eigener Kraft hervorbringt, weiß ich nicht (...).“ Das „unpersönliche es“ bezeichnete Moritz deshalb als ein „unbekanntes etwas (...), welches vor uns in Dunkelheit gehüllt ist“ (1986, S. 70 f.). Und er fügte hinzu, „daß wir durch das unpersönliche es dasjenige anzudeuten suchen, was außer der Sphäre unsrer Begriffe liegt, und wovon wir uns nur dunkle Begriffe machen können“ (1986, S. 78).

Aus dem Nicht-Wissen, dem zunächst noch ein Un-Wesen entspricht, entsteht im Verlauf der Zeit ein Wissen, das schließlich von Groddeck, Freud und anderen aufgegriffen wird, um etwas Wesentliches zu behaupten: das Es, das in uns denkt und lenkt. Da ist zunächst Lichtenberg (1793), der die von Moritz zitierte Redewendung „es donnert“ durch die Redewendung „es blitzt“ ersetzt, um dann anzumerken: „Wir werden uns gewisser Vorstellungen bewußt, die nicht von uns abhängen; andere, glauben wir wenigstens, hingen von uns ab; wo ist die Grenze? Wir kennen nur allein die Existenz unserer Empfindungen, Vorstellungen und Gedanken. Es denkt, sollte man sagen, so wie man sagt: es blitzt. Zu sagen cogito, ist schon zu viel, sobald man es durch Ich denke übersetzt. Das Ich anzunehmen, zu postulieren, ist praktisches Bedürfnis“ (1968/1971, K 76). Feuerbach (1846) stimmt dieser Auffassung zu und schreibt: „(...) du sagst: Ich denke. Hat aber nicht auch Lichtenberg recht, wenn er behauptet: >Man sollte eigentlich nicht sagen: Ich denke, sondern: Es denkt<?“ (1975, Bd. 4, 170). Dem widerspricht Nietzsche, wenn er Lichtenbergs (Gedanken-)Blitz aufgreift und konstatiert: „Mythologie des Subjekt-Begriffs (der >Blitz< leuchtet – Verdoppelung – die Wirkung verdinglicht)“ (1980, Bd. 12, S. 98). Und in einem nachgelassenen Fragmenten heißt es dazu weiter: „Seien wir vorsichtiger als Cartesius, welcher in dem Fallstrick der Worte hängen blieb. Cogito ist freilich nur ein Wort: aber es bedeutet etwas Vielfaches: manches ist vielfach und wir greifen derb darauf los, im guten Glauben, dass es Eins sei. In jenem berühmten cogito steckt 1) es denkt 2) und ich glaube, dass ich es bin, der da denkt, 3) aber auch angenommen, daß dieser zweite Punkt in der Schwebe bliebe, als Sache des Glaubens, so enthält auch jenes erste >es denkt< noch einen Glauben: nämlich, dass >denken< eine Thätigkeit sei, zu der ein Subjekt, zum mindesten ein >es< gedacht werden müsse – und weiter bedeutet das ergo sum nichts! Aber das ist der Glaube an die Grammatik, da werden schon >Dinge< und deren >Thätigkeiten< gesetzt, und wir sind fern von der unmittelbaren Gewissheit. Lassen wir also auch jenes problematische >es< weg (...)“ (1980, Bd. 11, S. 639 f.).

Die Substantialisierung, vor der Nietzsche gewarnt hatte, beginnt mit Lichtenberg. Sie reicht über Eduard von Hartmann und Feuerbach bis zu Groddeck und Freud (zur Debatte um die Herkunft des Begriffs >Es< gibt es inzwischen eine umfangreiche Literatur – s. Gasser 1997, Gödde 1999, Bos 2000). Bei der Beschreibungen des Es zeichnen sich Groddeck und Freud allerdings mehr durch bildhafte Anschaulichkeit und weniger durch strenge Begrifflichkeit aus. Freud charakterisiert das Es zum Beispiel als „Kessel voll brodelnder Erregungen“, dessen Eigenheiten er folgendermaßen kennzeichnet: „Für die Vorgänge im Es gelten die logischen Denkgesetze nicht (...). Im Es findet sich nichts, was der Zeitvorstellung entspricht (...). Wunschregungen, die das Es nie überschritten haben, aber auch Eindrücke, die durch Verdrängung im Es versenkt worden sind, sind virtuell unsterblich, verhalten sich nach Dezennien, als ob sie neu vorgefallen wären. Als Vergangenheit erkannt, entwertet und ihrer Energiebesetzung beraubt können sie erst werden, wenn sie durch die analytische Arbeit bewußt geworden sind, und darauf beruht nicht zum kleinsten Teil die therapeutische Wirkung der analytischen Behandlung (...). Selbstverständlich kennt das Es keine Wertungen, kein Gut und Böse, keine Moral“ (1933, S. 80 f.). Mit der zuletzt zitierten Formulierungen spielt Freud noch einmal auf Nietzsche an. Zugleich vertritt er jedoch eine Moral, deren schärfster Kritiker Nietzsche ist, der in gezähmten Leidenschaften nur Verstellung und Heuchelei sieht.

Schließlich vergleicht Freud „das Verhältnis des Ichs zum Es mit dem des Reiters zu seinem Pferd“. Er lobt den Reiter, dem es gelingt, das ungestüme Ross zu meistern: „Das Pferd gibt die Energie für die Lokomotion her, der Reiter hat das Vorrecht, das Ziel zu bestimmen, die Bewegungen des starken Tieres zu leiten“ (1933, S. 83). Wie Goethes Faust im hohen Alter so ist nun auch Freud, der Welteneroberer mit Konquistadoren-Temperament war, Kolonist geworden („Wo Es war, ist Ich geworden ...“). Nun identifiziert sich der überzeugte Atheist Freud mit einem Religionsstifter, mit einem Gesetzgeber, mit dem Mann Moses (Nitzschke 1996). Als Prophet des Glaubens an die Vernunft ruft er zur Eindeichung des Es auf: „Wo Es war, soll Ich werden. Es ist Kulturarbeit etwa wie die Trockenlegung der Zuydersee“ (Freud 1933, S. 86).

Freud stellt nun endgültig klar, dass die Psychoanalyse keine Vergöttlichung oder gar Befriedigung >natürlicher< Triebe, vielmehr deren vernünftige Beherrschung und rationierte Befriedigung im Rahmen >der< Kultur befürworte. Mit harschen Worten richtet er sich deshalb gegen all jene, die die Psychoanalyse als Instrument der sexualpolitischen Revolte oder gar Revolution empfehlen. Freud kritisiert das „böse und nur durch Unkenntnis gerechtfertigte Missverständnis, die Psychoanalyse erwarte die Heilung neurotischer Beschwerden vom >freien Ausleben< der Sexualität. Das Bewußtwerden der verdrängten Sexualgelüste in der Analyse ermöglicht vielmehr eine Beherrschung derselben (...)“ (Freud 1923b, S. 228 f.). Thomas Mann hatte Freuds Anliegen verstanden – und einen treffenden Vergleich parat: „Wenn es erlaubt ist, es militärisch auszudrücken, so möchte ich sagen, daß die These Sigmund Freuds eine Art Generaloffensive gegen das Unbewußte mit dem Ziel seiner Eroberung darstellt“ (1991, S. 21). Damit sind Schüler wie Otto Gross (vgl. Nitzschke 2000) oder Wilhelm Reich (vgl. Nitzschke 1997), die Freud vormals bewundert und idealisiert hatte (vgl. Cremerius 1997), endgültig ausgestoßen. Als Vergessene gehören sie hinfort zum >dark continent< der Psychoanalyse, den die Sonne der Vernunft nicht mehr bescheint.

Literatur

Bos, J. (2000). Autorität und Erkenntnis in der Psychoanalyse. Eine diskursanalytische Studie zur Geschichte der Psychoanalyse. Giessen (Psychosozial-Verlag).

Cremerius, J. (1997). Der „Fall“ Reich als Exempel für Freuds Umgang mit abweichenden Standpunkten eines besonderen Schülertypus. In: Fallend/Nitzschke (Hg.) 2002, S. 141-172.

Fallend, K., Nitzschke, B. (Hg.) (1997). Der „Fall“ Wilhelm Reich. Beiträge zum Verhältnis von Psychoanalyse und Politik. Frankfurt/M. (Suhrkamp). Revidierte Neuausgabe: Giessen (Psychosozial-Verlag) 2002.

Feuerbach, L. (1846). Wider den Dualismus von Leib und Seele, Fleisch und Geist. Werke, Bd. 4. Frankfurt/M. (Suhrkamp) 1975.

Freud, S. (1923a). Das Ich und das Es. GW XIII, S. 237-289.

Freud, S. (1923b). „Psychoanalyse“ und „Libidotheorie“. GW XIII, S. 211-233.

Freud, S. (1933). Neue Folgen der Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. GW XV.

Gasser, R. (1997). Nietzsche und Freud. Berlin/New York (de Gruyter).

Gödde, G. (1999). Traditionslinien des „Unbewussten“. Schopenhauer – Nietzsche – Freud. Tübingen (edition diskord).

Groddeck, G. (1909): Hin zur Gottnatur. Leipzig (Hirzel).

Groddeck, G. (1923). Das Buch vom Es. München (Kindler) o.J.

Hartmann, E. von (1869). Die Philosophie des Unbewußten, 2 Bde. Berlin (Dunker) 71876.

Kant, I. (1781). Kritik der reinen Vernunft, Bd. 2. Frankfurt/M. (Suhrkamp) 1976.

Lichtenberg, C.G. (1793). Schriften und Briefe, 2 Bde. (hg. von W. Promies). Darmstadt (Wiss. Buchges.) 1968/1971.

Ludwig II., Wagner, R. (1936-1939). Briefwechsel, 4 Bde. Karlsruhe.

Mann, T. (1925). (Interview mit der Turiner >La Stampa<, Mai 1925). In: Freud und die Psychoanalyse. Reden, Briefe, Notizen, Betrachtungen. Frankfurt/M. (Fischer) 1991, S. 21.

Mitscherlich, A., Richards, A., Strachey, J. (1975). Editorische Einleitung (Das Ich und das Es). In: S. Freud, Psychologie des Unbewußten, Studienausgabe, Bd. 3. Frankfurt/M. (Fischer), S. 275-281.

Moritz, K. P. (1783). Sprache in psychologischer Rücksicht. Magazin der Erfahrungsseelenkunde, Bd. 1. Neudruck: Nördlingen (Greno) 1986, S. 69-78.

Nietzsche, F. (1980). Sämtliche Werke. Kritische Studienausgabe in 15 Bänden (hg. von G. Colli und M. Montinari). München (dtv).

Nitzschke, B. (1996). Judenhaß als Modernitätshaß. Über Freuds Studie „Der Mann Moses und die monotheistische Religion“ (1937/39). In: Ders: Wir und der Tod. Essays zu Sigmund Freuds Leben und Werk. Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht), S. 149-183.

Nitzschke, B. (1997): „Ich muß mich dagegen wehren, still kaltgestellt zu werden". Voraussetzungen, Umstände und Konsequenzen des Ausschlusses Wilhelm Reichs aus der DPG/IPV in den Jahren 1933/34. In: Fallend/Nitzschke (Hg.) 2002, S. 83-139.

Nitzschke, B. (1998): Die Herkunft des „Es“: Freud, Groddeck, Nietzsche, Schopenhauer und Eduard von Hartmann. Einsprüche gegen die Fortschreibung einer Legende. In: Ders.: Aufbruch nach Inner-Afrika. Essays über Sigmund Freud und die Wurzeln der Psychoanalyse. Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht), S. 109-174.

Nitzschke, B. (2000). Otto Gross – Ein Psychoanalytiker als Revolutionär. In: Ders.: Das Ich als Experiment. Essays über Sigmund Freud und die Psychoanalyse im 20. Jahrhundert. Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht), S. 112-171.

Oehler, R. (1943). Nietzsche-Register. Stuttgart (Kröner).

Schlechta, K. (1977). Nietzsche-Index. München (Hanser).

Stingelin, M. (1996). „Unsere ganze Philosophie ist Berichtigung des Sprachgebrauchs“. Friedrich Nietzsches Lichtenberg-Rezeption im Spannungsfeld zwischen Sprachkritik (Rhetorik) und historischer Kritik (Genealogie). München (Fink).

Der vorstehende Text ist erschienen in: Psychoanalyse – Texte zur Sozialforschung 7, 2003, S. 255-262.



[1] Dem Text liegen drei Vorträge zugrunde: (1) „Die Meister des >Es<. Nietzsche und Freud. Anmerkungen zur Herkunft eines psychoanalytischen Begriffs“ – Nietzsche-Forum Weimar, Goethe-Institut Weimar, 24.-26.10.1997; (2) „Sigmund Freud, der Meister des Es“ – Symposium zum 65. Geburtstag von Prof. Dr. H. K. Rose, Stiftung Tannenhof Remscheid, 06.02.1998; (3) „Nietzsche und Freud“ – Westfälisches Zentrum für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, Universitätsklinik Bochum, 20.05.1998.